April

Alles andere als ein Aprilscherz und viel mehr einer der schönsten Greifvögel, die wir hier bei uns haben, ist der Turmfalke. Nach dem Mäusebussard ist er außerdem der zweithäufigste derer und in ganz Mitteleuropa der zahlenmäßig häufigste aller Falken. Ein wirklich regelmäßig anzutreffender Jäger, der mich vor ein paar Jahren dazu verleitet hat, in ein wirklich großes Teleobjektiv zu investieren. Groß ist er mit seinen etwa 35cm nicht. Das überbietet so manche Taube. Kommt man ihm etwas näher, offenbaren sich wunderbare Details im Gefieder sowie die großen und tiefschwarzen Augen, mit denen er seine Beute aus großer Entfernung wahrnimmt. Glücklicherweise sind Turmfalken weniger Scheu als andere Greife und tolerieren eine geringere Distanz zwischen ihnen und einem interessierten Menschen. Sicher hast Du schon einmal einen Turmfalken gesehen, wie er in der Luft stehend mit gesenktem Kopf rüttelnd den Boden nach Beute absucht, um sich dann pfeilschnell hinab zu stürzen. Am häufigsten ist das sicherlich an landwirtschaftlich genutzten Flächen zu beobachten. Letztlich ist der Turmfalke aber ein Kulturfolger und lebt überall dort, wo er Nahrung findet. Hauptsächlich sind das Mäuse. Zum Spektrum gehören aber auch Eidechsen, Heuschrecken oder andere Bodenbewohner. Daher kann man ihn auch mitten in der Stadt antreffen, wo er gerne in Kirchtürmen brütet und über Parks, Schrebergärten oder sogar vor unserem Balkon „rüttelt“. Als Brutstätte nutzt er das, was schon da ist. Dachluken, alte Krähennester oder hochgelegene Fenster sind allesamt geeignet. Dankend angenommen werden auch spezielle Nistkästen (Bauanleitung in den Links), die man sich im eigenen Garten aufstellen oder sogar am Haus anbringen kann.

Auf deinem Aprilkalender siehst du einen männlichen Turmfalken, auch „Terzel“ genannt. Er unterscheidet sich vom Weibchen, da er kleiner(häufig bei Greifvögeln) und sein Gefieder anders gefärbt ist. Die Federn seiner Schwingen sind weniger gemustert als die des Weibchens und rostbraun. Am auffälligsten ist jedoch sein Kopf. Während das Weibchen ein rundum eher einheitliches Gefieder hat, ist der Kopf des Männchens gräulich gefärbt und erscheint mitunter sogar blau. Das macht ihn besonders hübsch.

Aufgenommen wurde das Bild übrigens nur wenige Minuten nach dem Foto vom März, direkt an einer Kuhweide am Rheinufer. Ein besonders schönes Beispiel dafür, wie vielfältig das wilde Leben dort ist, wo der Mensch noch nicht alles zugebaut hat. Ein kleines Naturschutzgebiet direkt am großen Fluss bietet vielen Arten einen tollen Lebensraum und insgesamt sind gleich drei Fotos von dort im Kalender gelandet.

So machte sich das „Kalendermännchen“ auf die Jagd:

Und so sah das bei seinem Weibchen aus:

Noch mehr Flugshow:

Ein anderes Weibchen mit einer Maus als Beute:

Mehr zum Turmfalken?

Infos zum Turmfalken beim NABU

Noch mehr Infos

Bauanleitung für einen Nistkasten

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