Juni

Zum Juni ein Insekt. Die hier gezeigten Hornissen sind sozusagen die Türsteherinnen eines Apfelbaums. Im Inneren haben die Hornissen ihr Nest gebaut und die „Wächter“ stellen sicher, dass keine ungebetenen Eindringlinge dorthin gelangen.

Aufgenommen wurde das Bild im August des letzten Jahres, am Rande einer Obstwiese in den Rieselfeldern von Münster. Ein großflächiges Gebiet, welches früher der Verrieselung von Abwässern diente und heute mit seinen vielen Wasserflächen ein großes Vogelschutzgebiet darstellt. Neben Vögeln, Säugetieren, Amphibien und Reptilien, zeigen sich hier aber eben auch Insekten in einer tollen Vielfalt.

Die europäische Hornisse ist die größte Faltenwespe bei uns und entgegen ihres Rufes absolut friedfertig und dem Menschen gegenüber auch überhaupt nicht aufdringlich. Anders als die gemeine Wespe, verfliegt sie sich im Sommer auch kaum an unsere Open-Air-Esstische und normalerweise haben wir überhaupt keinen Kontakt. Den Argwohn der Menschen verdankt sie vermutlich ihrer kleinen Cousine, der Wespe, wie wir sie schon von Kindheit an aus dem Sommer kennen. Wer mal von einer Wespe gestochen wurde, möchte das bestimmt nicht von der größeren Hornisse werden. Wie alle Wespen steht die Hornisse unter besonderem Schutz. Nester dürfen nicht ohne weiteres entfernt werden, auch wenn man sie im eigenen Haus findet. Eine Umsiedelung durch Fachleute wäre dann angeraten. Wer aber das Glück hat und selber mal ein Hornissennest in der Natur findet (im Wald, in der Heide, in Obstbäumen, etc.), der sollte sich das Treiben auf jeden Fall einmal anschauen. Auch aus der „Nähe“. In den meisten Fällen stellt das für die Hornissen nämlich gar kein Problem dar, wenn man sich auf ein paar wenige Meter nähert. Beeindruckende Brummer sind das.

Für das biologische Gleichgewicht sind die einheimischen Hornissen nützlich und gelten als Nützlinge. Anders verhält es sich mit der asiatischen Hornisse, die sich in Europa in den letzten Jahren immer mehr ausbreitet. Diese lässt sich dabei beobachten, wie sie andere Fluginsekten im Akkord erbeutet. Das ärgert unter anderen die Imker, an deren Bienenvölkern es dann zugeht, wie in einem Selbstbedienungsladen. Vor einiger Zeit wurde noch jedes gefundene Nest nach Meldung professionell entfernt. Heute hat man den „Kampf“ gegen diese invasive Art für verloren erklärt. Es lohnt sich vermeintlich dennoch, sich bei Funden kundig zu machen, ob diese noch gemeldet werden sollen oder nicht.

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