
Willkommen im Jahr 2026! Möge es ein gesundes und glückliches Jahr für Dich sein.
Du siehst zur Begrüßung des neuen Jahres einen Uhu, die größte Eule Europas. Sicher kennst du seinen namensgebenden Ruf und vielleicht hattest du schon einmal das Glück, ihn selber in der Nacht zu hören. Der Uhu ist mit seiner Größe, seinen respekteinflößenden Fängen und seiner ganzen imposanten Gestalt absolut beeindruckend. Da möchte man kein Hase, Kaninchen oder Eichhörnchen sein. Seine Federohren, die überhaupt nichts mit seinem Gehör zu tun haben, sondern einfach nur hübsch aussehen, sind eins seiner „Markenzeichen“.
Heute hat sich der Bestand in Deutschland erholt, umfangreichen Schutzmaßnahmen seit den 1960er Jahren sei Dank. Bis dahin hatte es der Mensch beinahe geschafft, die Eule durch jagdliche Verfolgung und Lebensraumzerstörung auszurotten. Letzteres mag plausibel klingen, weil man davon in vielen Zusammenhängen hört. Aber warum jagte man eine Eule? Aus dem selben Grund, aus dem auch heute noch Jagd auf Fuchs und Dachs gemacht wird. Man gab vor, damit das sogenannte „Niederwild“ (wie Feldhase, Wildkaninchen, Rebhuhn oder Fasan) „schützen“ zu wollen. Im Falle des Uhus hatte man glücklicherweise ein Einsehen und stellte ihn streng unter Schutz. Jahrzehntelange Programme zur Wiederansiedlung später, hat er sich wieder etabliert und nimmt verschiedene Lebensräume ein. Ganz klassisch sind sicherlich die Wälder mit offenen Jagdflächen oder Felswände und Steinbrüche sein Revier. Aber auch in stillgelegten Industriegebäuden, wie etwa im Ruhrgebiet, lässt er sich nieder.
Dieser eine Uhu, den du hier auf dem Foto siehst, sitzt allerdings mitten in einer hochfrequentierten Parkanlage unweit des Kölner Zentrums. Im Januar letzten Jahres hielt sich wochenlang beharrlich das Gerücht, dass sich dort immer mal wieder ein Uhu aufhalten soll. Ich habe nicht daran geglaubt und ihn bei allen, von der Neugierde getriebenen, Besuchen auch nirgends finden können. Das Gerücht habe ich mir mit der Verwechslungsgefahr zur Waldohreule erklärt. Die ist zwar viel kleiner, hat aber eben auch die hübschen Federohren. Allerdings traf ich dann auf einen anderen Menschen mit derselben Neugier, der mir tatsächlich ein Handyfoto zeigen konnte. „Gibt’s ja nicht, das war wirklich ein Uhu“. Und kurz bevor der Januar zu Ende ging, erreichte mich während des Arbeitstages die Nachricht, dass er wieder mitten im Park sitzt. Einige Stunden, viele Kilometer im Auto und einen vollbepackten Sprint aus dem innerstädtischen Stau quer durch einen anderen Park später stand ich dann tatsächlich vor diesem riesigen Tier. Gerade noch bevor es an dem ohnehin schon düsteren und grauen Tag völlig dunkel wurde. Wenn man in so einer Situation noch fotografieren möchte, braucht es eine ruhige Hand. Die Belichtungszeit in diesem Setting muss sehr lang sein und die Gefahr, alles zu verwackeln ist groß. In Verbindung mit dem Tempolauf zuvor, der Aufregung und dem Adrenalin keine leichte Aufgabe. Mehr als 1000 Auslösungen später waren aber dann doch einige dabei, bei denen ich die Kamera ohne Stativ auch für eine Achtelsekunde ausreichend stillhalten konnte und der Uhu war im Kasten. Eine schöne Erinnerung an ein tolles Erlebnis. Warum der Vogel zeitweise immer mal wieder diesen Ort aufgesucht hat, bleibt sein Geheimnis. Nahrungstechnisch hat der Park mit etlichen Tauben, Kaninchen und Eichhörnchen für ihn sicher seinen Reiz. Eine andere Erklärung ist jedoch ebenso denkbar und klingt wie eine tragische Liebesgeschichte. Weniger als 300 Meter Luftlinie entfernt fristet nämlich ein weiterer Uhu sein Dasein im Zoo. Nicht auszuschließen, dass hier ein freilebender Vogel die Nähe zu einem eingesperrten Artgenossen suchte. Wie dem auch sei. Der Park-Uhu wurde seitdem nicht mehr gesehen und hat hoffentlich woanders eine Partnerin (oder einen Partner) gefunden.




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